Selbststeuerung oder Der Wert eigener Werte

Weißt du manchmal nicht so recht, was du willst?
Fällt es dir zunehmend schwerer, Entscheidungen zu treffen?
Suchst du nach Orientierung und Halt?

Oft haben wir vergessen, wofür wir selbst stehen, was uns antreibt und uns wichtig ist.
Statt uns zu erforschen, wählen wir unbewusst die schnelle Lösung und vergleichen uns mit anderen.
Je nachdem, ob wir dazugehören oder uns abheben wollen, übernehmen wir Meinungen, Verhaltensweisen, Lebensarten oder begehren dagegen auf.

Der Effekt bleibt der Gleiche: nicht wir selbst steuern uns, sondern wir lassen uns unbewusst durch das Außen steuern.
Der Weg der Eltern: Familie gründen, Haus bauen, Karriere machen, vielleicht ein Hobby pflegen. Es scheint ein guter Weg zum persönlichen Glück zu sein und da er bereits geebnet ist, läuft es sich hier vermeintlich einfach.

Doch obwohl du alles so machst wie die anderen, fällt dir das Gehen der geebneten Wege zunehmend schwerer.
Plötzlich ist das Leben mehr Müssen denn Wollen.
Mithalten, sich durchsetzen, alles richtig und allen anderen Recht machen müssen.

In dir steigt die Lust, auszubrechen und unbekannte Pfade zu beschreiten.
Doch lähmt dich die Angst vor einem Fehltritt.
Freiheit, Abenteuer und Lebenslust, ein erfülltes Leben in allen Bereichen?
Das gibt es nur im Film oder für andere, die eben mehr Glück haben.

Irrtum.
Jeder kann aussteigen aus dem Konformismus.
Ein Leben nach den eigenen Werten zu leben – beruflich und privat – bedeutet nicht, andere vor den Kopf stoßen oder sich verweigern zu müssen.
Es bedeutet vielmehr das eigene Leben anzureichern mit der Qualität der Selbststeuerung.

Bleiben wir bei dem Bild des asphaltierten Wegs.
Er ist breit angelegt, gut beleuchtet und weithin gut sichtbar.
Alles rechts und links daneben verschwindet jedoch schnell wie in der Dämmerung.

Vollkommen unscheinbar und dennoch sehr wirkungsvoll ist es, zunächst erst einmal von dem betonierten Grund runterzugehen und daneben auf der Grasnarbe zu laufen.
Immer noch in der vorgegebenen Richtung, doch mit dem Unterschied, dass es sich anders anfühlt.
Du kannst hier nicht mehr so schnell rennen bzw. dahinhetzen.
Da es im Gras uneben sein kann, ist ein langsamerer Schritt erforderlich.
Dieser ermöglicht es dir wiederum, mehr wahrzunehmen – an dir selbst und in Bezug auf den vorgegebenen Weg.

Wenn du wirklich nach einem anderen als dem vorgegebenen Weg suchst, dann steigt mit jedem Schritt neben der Spur die Lust am Unbekannten.
Nach und nach vergrößerst du den Abstand zur Asphaltbahn und traust dir kleine Abstecher in unbekannte Pfade am Rand. Nicht zu weit. Gerade so, dass du bei Gefahr schnell zurückkommen kannst.
Dennoch stärkt jeder dieser kleinen Abschweifungen dein Vertrauen in dich selbst und deine Intuition.

Desto länger du so gehst, desto besser lernst du dich und deine Fähigkeiten kennen.
Du erkennst, welchen Wert bestimmte Erfahrungen für dich haben und beginnst, deine eigenen Wege zu bestimmen, die deinen Antworten folgen auf die Fragen:
Wie will ich mein Leben verbringen?
Was macht MICH glücklich und wie kann ich das auf Dauer in meinem Leben haben?

Geht es jetzt um die Priorisierung von Dingen, stellst du dich und deine Werte an erste Stelle.
Wichtig & Dringlich rücken in die 2. Reihe.
Und es stellen sich positive Seiteneffekte ein. Nicht nur du selbst lernst dich besser kennen. Auch anderen bleibt deine Veränderung nicht unbemerkt. Sie bewundern dich für deine Freiheit und dein Selbstvertrauen.

Und alles begann mit einem kleinen Schritt neben den Asphaltweg.

 

Photo by Ashley Knedler on Unsplash

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