Verstellst du dich noch oder bist du schon du?

Social Media haben unbestritten viele Vorteile. Du kannst an anderer Menschen Leben teilhaben, kannst schnell die Meinung vieler einholen, kannst dir selbst Bestätigung geben lassen, wenn du sie brauchst.  Dennoch sind viele der Kontakte wenn überhaupt dann eher Bekannte. Ihnen spielst du das vor, von dem du glaubst, dass sie es mögen. Du zeigst dich der Welt entweder gar nicht oder nur von deiner besten Seite und versteckst alles von dem du befürchtest, die anderen könnten es blöd, falsch oder gar verachtenswert finden. (Es sei denn du bist bekennender Provokateurin und kannst mit dem entsprechenden Gegenwind umgehen.)

Bist du das jedoch nicht, dann hängst du erst mal fest.
Wohin mit deinen geheimen Gedanken und Ängsten?
Was wenn der Chef erfährt, dass du (noch) keine Ahnung von dem hast, was du tun sollst?
Wie kannst du dich dagegen verwehren, dass dich der Kollege ständig kleinmacht oder übergeht?
Was würde dein Partner sagen, wenn du ihm offen sagen würdest, dass du am liebsten alles hinschmeißen würdest?

Deine Kontakte sind nicht da, wenn du im Drama hängst, zum 100sten Mal die gleiche quälende Gedankenschleife durchläufst und langsam die Aussicht auf eine Lösung aufgibst. Dabei sehnen sich die meisten Menschen heutzutage nach nichts mehr als jemanden, mit denen sie ehrliche Gespräche führen können. Jemand, der ihnen das spiegelt, was sie nicht sehen oder sehen wollen. Jemand, der ihnen dabei hilft, sich selbst zu erfahren. Oder?

Und hier trennen sich die Jammerliesen und Besserwisserinnen von den Macherinnen.
Die Jammerliese will sowieso nicht, dass ihr Problem verschwindet. Viel zu schön ist die Aufmerksamkeit, die sie dadurch erhält. Sie tut jegliche Form von Persönlichkeitsentwicklung als unnütz ab. Genauso die Besserwisserin. Sie kriegt zwar selbst oft nur wenig auf die Reihe, weiß jedoch immer, wie es richtig geht. Gern belehrt sie zu allem Überfluss auch noch andere (ob diese es wollen oder nicht). Ehrlich: ich gönne beiden ihr heiliges Fleckchen Erde, auf dem sie stehen und gehe weiter.

Denn zum Glück gibt es auch die Macherinnen. Diejenigen, die endlich raus wollen aus ihrem Drama, die bereit sind die Ärmel hochzukrempeln und nach sich selbst in ihrem Leben suchen.
Sie haben erkannt, dass Freundschaften langfristig darunter leiden, wenn sie zu lange einseitig belastet werden durch die immer gleichen Geschichten. Sie machen sich wirklich auf den Weg und fangen an, sich das Leben zu gestalten, das sie leben wollen.

Und oft unternehmen sie nicht nur einen Versuch. Doch sie merken, dass es gar nicht so leicht ist, ihr Leben in einem bestimmten Bereich zu verändern. Oft gelingt etwas für eine kleine Weile, doch langfristig dranzubleiben ist etwas vollkommen anderes. Daher ist es sinnvoll, es wie die Sportler zu machen. Die wollen richtig gut werden und holen sich jemanden an ihre Seite, der ihr Potenzial sichtbar macht, entsprechende Strategien beistellt, uneingeschränkt an sie glaubt und dabei unterstützt, die erforderlichen Gewohnheiten aufzubauen, die es braucht um langfristige Erfolge zu erreichen.

Du wirst nur die, die du sein willst, wenn du an dir arbeitest. Suche dir jemanden, der dein Thema kennt, und lass dich von ihr/ihm inspirieren, stärken und ab und an in den Hintern treten, wenn du mal wieder kurz davor stehst, aufzuhören. Suche dir einen Coach oder Mentorin, es gibt sie da draußen zum Glück für alle möglichen Themen. Suche so lange, bis du deine passende gefunden hast. Bei der du dich wohlfühlst, dich öffnen und ganz du selbst sein kannst. Und dann arbeite mit ihr/ihm an deiner besten, lautesten, freiesten Version deiner selbst. Denn die Welt braucht keine anonyme Masse, in der sich alle nur beklatschen und keiner wirklich er selbst sein kann. Die Welt braucht jeden Einzelnen in seiner besten Version mit allen Ecken und Kanten.

Photo by rawpixel on Unsplash

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